Berlins Entree in fünf Museen

Noch schnell sauberfegen: Blick auf die James-Simon-Galerie in Berlin.
Foto: Bernd von Jutrczenka; Bild: dpa-infocom GmbH

Visitenkarte

„Die teuerste Garderobe der Welt”, so nennen die Berliner gern das neue Empfangsgebäude zur Museumsinsel. Doch was David Chipperfield nach einer schier unendlichen Baugeschichte gestern bei der Schlüsselübergabe vorstellt, dürfte auch die ärgsten Spötter überzeugen. Die James-Simon-Galerie, die im kommenden Jahr die Serviceaufgaben für die fünf Häuser der Museumsinsel übernehmen soll, ist eine großartige Visitenkarte für Berlin geworden - klar und tansparent, offen und einladend.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) lobt das Gebäude. Und Michael Eissenhauer, der als Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin den Schlüssel vom Bundesbauamt entgegennimmt, spricht gar von einem „Geschenk des Himmels”. Die Galerie mit einer Nutzfläche von 4600 Quadratmetern erhebt sich auf einem hohen, steinernen Sockel direkt an der Uferkante des Spreekanals. Zum Wasser hin dominiert eine schlanke Kolonnadenreihe, die in moderner Form die Architektur der Insel aufgreift. Zwischen dem Sockel und dem dahinterliegenden Neuen Museum, von Chipperfield umgebaut, führt eine breite Freitreppe ins lichtdurchflutete Foyer. Von hier aus öffnen sich verschiedene Ebenen mit Ticketbereich und Garderobe, Cafe und Buchladen, einem großen Ausstellungsraum und einem spektakulären Auditorium.

Insgesamt zwei bis drei Millionen Besucher im Jahr sollen hier alles Nötige bekommen - und irgendwann einmal auch auf die archäologische Promenade gelangen, die alle Museen unterirdisch verbindet. Vor allem der Präsidentin des Bundesamts für Raumordnung und Bauwesen, Petra Wesseler, war die Erleichterung anzumerken, dass das Projekt diesen „Meilenstein” endlich geschafft hat. Lange gab es nur Pleiten, Pech und Pannen. Nach dem Start 2009 sollte das Haus eigentlich schon 2013 fertig sein.

dpa

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