In die Gegenwart geholt

Foto: Tina Friedemann,
Architekturbüro PAPTISTELLA

Quelle: Heinrichsblatt, Kirchenzeitung für das Erzbistum Bamberg

 

Innenraum der Kirche St. Georg in Effeltrich saniert

Der befestigte Kirchhof mit der Kirche St. Georg gehört zu den am besten erhaltenen Beispielen spätmittelalterlicher Wehrkirchen in Oberfranken. Die Bauzeit des Ensembles geht auf das 15. Jahrhundert zurück, wobei sich Teile der ältesten Bausubstanz gar auf das 13. beziehungsweise 14. Jahrhundert datieren lassen. Im Dezember 2018 erfüllte sich die Pfarrgemeinde den bereits seit langer Zeit gehegten Wunsch nach einer neuen Orgel für die Kirche. Diese sollte aus raumakustischen Gründen einen geänderten Standort gegenüber der alten Orgel erhalten. Hierfür wurden zunächst Maßnahmen zur statischen Ertüchtigung der Empore notwendig. Zudem fand die vorhergehende Sanierungsphase des Kircheninnenraumes bereits im Jahr 1992 statt. Nach nun mehr als 25 Jahren bestand daher trotz einer insgesamt guten Bausubstanz Sanierungsbedarf.

So fand von Mai bis Dezember 2018, im Vorfeld zum Einbau der neuen Orgel eine umfassende Sanienrng im Kircheninnenraum statt. Die Architekten GmbH Paptistella Hirschaid/Sassanfahrt war mit der Durchführung der Sanierung beauftragt. Bauherr war die Katholische Kirchenstiftung Effeltrich, vertreten durch Pfarrer Jürgen Dellermann. Ziel der Maßnahme war eine schonende und werthaltige Instandsetzung der inneren Raumhülle, um altersbedingte Schäden zu beheben und für eine gestalterische Aufwertung zu sorgen. Die Raumschale des Kircheninnenraumes von „St. Georg" wurde farblich komplett neu gefasst, fehlender Stuck ergänzt bzw. repariert. Größere Schäden wie Risse und Hohllagen fanden sich glücklicherweise keine. Die Ausstattungstücke, insbesondere der barocke Hochaltar aus dem Jahr 1720, wurden mit zuum Teil erheblichen Aufwand gereinigt und fachgerecht restauriert - sie erstrahlen nun in neuem Glanz.

Nach statischer Ertüchtigung der Balkenlagen und auf Grund des neuen Orgelstandortes erhielt die Empore schließlich einen gänzlich neuen Stufenaufbau mit einer Eichendielung. Auf Wunsch der Kirchenstiftung wurden einige Ausstattungsstücke wie zum Beispiel der Taufstein neu positioniert. Sämtliche Heiligenfiguren im Langhaus erhielten neue Stahlkonsolen in moderner Formensprache. Reliquie sowie die heiligen Öle werden fortan angemessen in einem neuen Glasgehäuse präsentiert. Als Zitat des leider nicht mehr vorhandenen rechten Seitenaltares wurde ein neuer Altarstein platziert. Der erhalten gebliebene historische Tabernakel, sowie das alte Antependium konnten nach langer Zeit zurück in die Kirche ziehen und fanden hier ihren neuen Platz.

Auch wurde die technische Ausstattung der Kirche umfangreich überarbeitet und somit in die Gegenwart geholt. Neben neuen, digitalen Liedanzeigen uhd Lautsprechern fällt dem Besucher vor allem das neue Beleuchtungskonzept ins Auge. Über eine Vielzahl einzeln zu steuernde Leuchten und Strahler können verschiedenste Lichtstimmungen erzeugt, sowie die liturgiscnen Farben verbildlicht werden.

Schlussendlich erhielt der Chorraum eine neue, einheitliche Bestuhlung. Das Kirchengestühl im Langhaus wurde mit neuen Sitzund Kniepolstern ausgestattet. Nach Fertigstellung der Arbeiten stand der Pfarrgemeinde am 9. Dezember 2018, am zweiten Adventssonntag, ein würdiger Rahmen für die feierliche Orgelweihe durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, sowie für das anschließende Orgelkonzert des Domorganisten Professor Markus Willinger zur Verfügung (wir haben berichtet).

Text und Fotos: Tina Friedemann, Architekturbüro PAPTISTELLA

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